Bewerbung: Das Anschreiben

7. Sep. 2011

Was zweifelsfrei für das Bewerbungsfoto gilt, stimmt auch für das Anschreiben: Es erzeugt quasi ein positiv oder negativ geladenes »Feld« für die weiteren Informationen in der Bewerbunsgmappe.

Form: Vielleicht langweilig, scheinbar zweitrangig – aber entscheidend. Die DIN-Norm DIN 5008 legt Schreib- und Gestaltungsregeln für Arbeiten im Bereich Büro und Verwaltung fest. Geben Sie eine Arbeitsprobe: zeigen Sie schon auf den ersten Blick, dass Sie sorgfältig arbeiten und Ziele nicht nachlässig angehen. Gleiches gilt natürlich für die korrekte Adresse – auch die korrekte Firmenbezeichnung incl. Rechtsform (wie »GmbH & Co. KG«).

Eine kurze, präzise Betreffzeile macht dem Leser die Arbeit leichter.

Länge: Noch vor dem Inhalt löst die Länge des Anschreibens eine Reaktion beim Leser aus. Eine (1!) gut gestaltete Seite motiviert positiv, 2 vollgeschriebene Seiten hingegen – nicht (worum redet er/sie wohl drumherum; kann er/sie nicht auf den Punkt kommen; was meint er/sie eigentlich, wie viel Zeit ich habe; …).

Inhalt: Grundsätzlich gilt es keine Standardschreiben zu verschicken nach dem Motto “geschafft – das Anschreiben ist fertig”. Keine »Postwurfsendung« heißt auch: persönliche Anrede, nicht »sehr geehrte Damen und Herren«.

Erinnern Sie sich an das Thema »Aufsatz« in der Schule. Worauf kam es an? Aussagestarke Wörter, anschaulich, Einleitung, Hauptteil, Schluss, Interesse wecken, usw.. Auch das können Sie nun als Basiswissen nutzen.

Keine Floskeln (».. hiermit möchte ich mich um die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als … «).
Lieber: »Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank für das informative Telefongespräch. Wie vereinbart hier meine Bewerbungsunterlagen. Als Wirtschaftswissenschaftler in ungekündigter Position in einer weltweit tätigen Consulting-Firma trifft die ausgeschriebene Stelle genau meine Interessen und Voraussetzungen. (…)«.

Seien Sie konkret und auf das bezogen, was gefragt ist. Statt »verfüge ich über viel Erfahrung in der Medienbranche« besser schreiben, was genau Sie gemacht haben/machen. Fakten sprechen lassen – keine Vermutungen und Hoffnungen, kein Eigenlob.
Und verdeutlichen, warum Sie die Stelle möchten, Ihre Motivation also (»Eine Mitarbeit in Ihrem Unternehmen interessiert mich sehr, da ich mit dem Aufbau der Solarsparte verantwortlich meinen Beitrag an der Entwicklung der Müller AG leisten könnte.«)

Und zum guten Schluss: »Über Ihre Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich« – oder ähnlich. Bitte keine Experimente bei der Grußformel. »Hochachtungsvoll« ist antiquiert, »herzliche Grüße« sind doch sehr persönlich, genauso so wie »freundliche Grüße aus dem sonnigen … « oder »Ihnen alles Gute … «.

Eigenhändig unterschreiben und auf »Anlage: Bewerbungsunterlagen« verweisen.

Im Marketing spricht man von »Alleinstellungsmerkmalen«, also echten Vorteilen für den Kunden (übersetzt also: Ihren neuen Arbeitgeber) durch besondere persönliche und Leistungsmerkmale. Bewerben ist Marketing in eigener Sache. Daher auch: Jede Bewerbung genau auf die Stelle zuschneiden.

Nehmen Sie es als Herausforderung, eine Werbesache von sich zu erstellen, die wirkt.
Zeigen Sie selbstbewußt Profil.